Die Entwicklung zwischen 7. und 16. Lebensjahr

In diesem Lebensabschnitt steht die kieferorthopädische Behandlung zur normgerechten Ausformung der Kiefer im Vordergrund. Probleme mit dem Mittelohr sind inzwischen nicht mehr auf der Tagesordnung.

Im Dialog mit dem behandelnden Kieferorthopäden wird im Falle durchgehender Spaltbildungen der richtige Zeitpunkt für die Kieferspaltosteoplastik bestimmt. Wird wegen eines fehlenden seitlichen Schneidezahns (Nichtanlage) eine Implantatversorgung angestrebt, sollte die Osteoplastik spät erfolgen, da die Knochenverpflanzung neben der Stabilisierung der Spalte vor allem das Fundament zur Aufnahme des Knochens bilden soll. Zum Zeitpunkt der Osteoplastik sollte der Oberkiefer weitestgehend ausgeformt sein.

Bei der Osteoplastik wird ein Knochenspan aus dem Beckenkammknochen in den knöcherenen Spaltbereich transplantiert. Dieser Eingriff erfolgt in Narkose und bedingt einen eintägigen stationären Aufenthalt. Auch hier kann die Mutter - wenn erwünscht - mit aufgenommen werden.

Bei nicht durch den Kieferorthopäden zu beeinflussendes Missverhältnis zwischen Oberkiefer und Unterkiefer muss eine Umstellungsosteotomie erfolgen, zumeist des zu kleinen Oberkiefers (siehe auch Dysgnathiechirurgie).

Dieser Eingriff erfolgt in Narkose während eines eintägigen stationären Aufenthaltes im 16.-18. Lebensjahr des Patienten. In dieser Zeit können auch Operationen am knöchernen deformierten Nasenskelett durchgeführt werden.